13. Fee – eine Wunderkammer

Rauminstallation / Lebensstationen aus 13 Koffern

In einem kleinen, sehr konzentrierten Raum spielen das Dornröschen-Thema und die Symbolik der Zahl 13 in unterschiedlichen Kontexten eine entscheidende Rolle.

Das ’nicht angenommen-sein‘ oder ‚ausgeschlossen-sein‘ ist das Thema im übertragenen Sinne der Installation. In 13 Koffern mit zahllosen Utensilien leistet die Künstlerin eine biografisch intendierte Arbeit. In dem Raum kann jede und jeder auf Entdeckungsreise gehen, um über eigene biographische Aspekte zu reflektieren. Der Anlass, das Märchen und die Umsetzung – eine aktuelle Aufforderung zur Selbstreflexion.

Dr. Ellen Markgraf / Einführung, Katalog

Das Dornröschen-Drama

Für zwölf Feen ist der Tisch gedeckt, die dreizehnte wird ausgesperrt, beim großen Festessen ist kein goldenes Gedeck für die 13. Fee vorhanden.

Sie ist gekränkt, beleidigt, wütend und verletzt. Und nach dem Motto „Was du abspaltest wird böse“, verhängt sie den Fluch über Dornröschen, sich an der Spindel zu stechen.

Was bedeutet dieses Dornröschen-Motiv? Zunächst auf kollektiver Ebene: Die Zahl 12 entspricht den zwölf SonnenMonaten, den Tierkreiszeichen. Sie wird dem Männlichen, dem  sonnenhaften Prinzip zugeordnet.

Die Zahl 13 betrachten wir häufig als Unglückszahl,  als verflixte 13. Sie entspricht dem Mond, dem Weiblichen –  es gibt dreizehn Mondumläufe im Jahr. Man könnte sagen, dass das Märchen in genialer bildhafter Form über die kollektive Aussperrung des Weiblichen in der patriarchalen Welt erzählt. Das passiert seit Jahrtausenden in unserer Welt  – auch in spiritueller Hinsicht, in unseren Gottesbildern wird das Weibliche nicht gleichwertig behandelt.

Der individuelle Aspekt dieses „13. Fee Motivs“, könnte in astrologischer Hinsicht so betrachtet sein: Wenn du für einen Planetengott nicht bereit bist, den Tisch zu decken, dann wird dieser Gott, diese Göttin ein Problem für dich. (Verkürzt  nach einem Text des Astrologen Claus Riemann.)