Mutterkuchen und Nabelschnur – Mutter und Kind – Werden und Sein.

Auf neun kleinen, quadratischen Bildträgern werden Körper-Material und Fotos desselben vorgeführt. Die Eigenartigkeit des Materials und seine Authentizität bedürfen nur einer Präsentation.

Es handelt sich um fotografierte und in Teilen getrocknete Plazenta, die anschließend auf dem Bildträger in Bienenwachs eingebettet wurde. Leider verliert der Mutterkuchen bereits nach wenigen Stunden seine wunderbare rote Farbe, so dass er auf den Fotos grau erscheint.

Zu anderen Zeiten wurde die Plazenta, die mit dem Kind den Mutterleib verlassen muss, rituell verspeist oder vergraben – heute wird sie unehrenvoll weggeworfen. Mich fasziniert besonders die Oberflächenstruktur, die wurzelartig das glatte Fleisch durchziehenden – Adern, die in die Nabelschnur münden, um von dort das Kind mit allem, was es zum Wachsen und Leben braucht, zu versorgen. Die dem Mutterleib zugewandte Seite weist sehr stoffliches Fleisch auf, rau, uneben. Mutterkuchen und Nabelschnur dokumentieren die reinste Form der abhängigen Beziehung zwischen Kind und Mutter – Werden und Sein.

Haut Bienenwachs Farbe Graphit auf Leinwand 20x20cm

Das Ausstellen der getrockneten Hautstücke und der Nabelschnur, berührt vielleicht ein Tabu, die Grenze von Ekel, überschreitet möglicherweise die Grenze von Intimität, – dennoch ist es ein Erinnerungsstück besonderer Art,  das einem jeden von uns seine Herkunft verbildlicht.

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